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Die Erfahrung zeigt, dass dem physischen Verschieben (Umzug) der Objekte im Rahmen von Depotveränderungen, -umlagerungen und Depotplanungen oft ungenügende Beachtung geschenkt wird. Wie bei der Planung neuer Depots gilt auch hier, dass vorab Grundlagen erstellt werden müssen um den Umfang des Projektes präzise abschätzen zu können. Dazu kann bei sinnvoller Auslegung das gleiche Mengengerüst als Grundlage dienen, das auch für die eigentliche Bauplanung des Depots Verwendung findet. Ausgehend von dieser Grundlage lassen sich systematisch sämtliche Schritte einer Objektverschiebung planen. 15 + 7 grundlegende Aspekte zum physischen Umzug und dessen Organisation, welche bei der Umzugsplanung zu berücksichtigen sind:
- Bereitstellung der Datengrundlage für die elektronische Standortbewirtschftung (v.a. bei grösseren Verschiebungen unter Einsatz von EDV-Hilfsmitteln und Strich-Code)
- Auszeichnung der Objekte zur effizienten Verarbeitung (Etikettierung)
- Bereitstellung von genügend grossen Flächen und angemessener Infrastruktur sowie Hilfsmittel/Materialien für die Bearbeitung und Bereitstellung der Objekte am alten wie auch am neuen Standort
- Rekrutierung und Schulung von internem und/oder externem Personal in der Handhabung und Verpackung von grossen Sammlungsbeständen (im Gegensatz zur Einzelverpackung von Objekten)
- falls notwendig Notkonservierung / Sicherung
- falls notwendig Reinigung/Dekontamination der Objekte
- falls notwendig Zusammenführung auseinandergerissener Bestände bzw. vorbereitung zur Zusammenführung
- Schädlingskontrolle und falls notwendig Behandlung der Objekte im Rahmen der Verschiebung
- Angemessene Verpackung und Sicherung der Objekte für den Transport (ermöglicht auch ein effizienter Umschlag der Objekte und geringe Standzeiten der Fahrzeuge)
- Bereitstellung der verpackten Objekte am Ausgangsstandort (genügend Pufferzone)
- Sorgfältiger Transport der Objekte mit minimierten Standzeiten der Fahrzeuge
- Anlieferung und allenfalls Zwischenlagerung sowie Verteilung der Objekte am Zielort
- Platzoptimierte, systematische Einlagerung der Objekte in vordefinierte Lagertechnik am Zielstandort (allenfalls Bereitstellung/Anfertigung von geeigneten Hilfskonstruktionen und Stützen für heikle Objekte)
- Systematische Erfassung des Objektstandors (manuell, in Datenbank oder mit Hilfsmitteln wie Strich-Code)
- Pendenzenbereinigung (Bereinigung von Ausständen und aufgeschobenen Arbeiten, Kontrollen)
- Die Planung eines Umzugs ist ebenso wichtig wie die zugehörige Bau- und Einrichtungsmassnahme
- Die Planung muss mindestens so früh beginnen wie die Bauplanung
- In der Regel ist das Stammpersonal durch den ordentlichen Museumsbetrieb ausgelastet und steht nur teilweise zur Verfügung. In der Regel muss zusätzliches Personal für das Projekt eingesetzt werden.
- Die Leitung eines grösseren Umzugs ist eine anspruchsvolle Aufgabe, welche nebst Kenntnisses der Institution (Museum, Archiv) auch logistisches Wissen voraussetzt. Es ist daher sinnvoll für diese Aufgabe einen Koordinator/Koordinatorin einzustellen.
- Ein Umzug ist die Chance zur Bereinigung, Inventur und (Neu-)Ordnung der Sammlungen. Diese Bereinigung und Neuordnung kann nur vom Stammpersonal, das seine Sammlung kennt erfolgen. Diese Massnamen sind daher frühzeitig anzugehen.
- Die Kosten eines Umzugs sind erheblich. Eine strikte Kostenkontrolle nahe am Projekt und von Beginn weg ist daher sinnvoll.

- Die Ausschreibung logistischer Leistungen will genau überlegt sein. Möglicherweise ist eine Abrechnung nach erbrachter Leistung (z.B. Stunden, Fahrten) einem Pauschalauftrag vorzuziehen.
Die Planung eines Umzugs ist eine komplexe Angelegenheit, welche frühzeitig anzugehen ist. Erfahrungsgemäss übersteigt der Aufwand die intern vorhanden Ressourcen, weshalb zusätzliches Personal zu rekrutieren und zu schulen ist, bzw. Teilbereiche des Umzugs extern zu vergeben sind.
Grundsätzlich ist die Umsiedlung grosser Sammlungsbestände anders anzugehen als die Einzelverpackung von Objekten für einen unbegleiteten Transport. Es sind einfache und kostengünstige Lösungen für eine grosse Objektanzahl zu finden, welche jedoch unter den gegebenen Umtsänden eine genauso sichere Handhabung der Objekte ermöglichen.
Für weitere Informationen wenden Sie sich an Joachim Huber oder Karin von Lerber
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 21. Dezember 2010 um 08:23 Uhr |